• 2014 •

Johannes Peter

Resilienz als dynamischer Wirkfaktor in Psychosomatik und Psychotherapie. Resilienzsteigerung bei Reizdarmsyndrom durch bauchgerichtete Hypnose

Psychological interventions frequently contain elements of strengthening of resources, and fostering of mental resilience. Although such elements are widely integrated in treatment concepts of psychotherapy and psychosomatics, corresponding changes in resilience are hardly captured or evaluated. This appears remarkable, as resilience is a marker of capacity of self-regulation and –organization with empirically demonstrated relevance for psychological wellbeing and health. It contains potential not only for adequate evaluation of corresponding interventions, but also as a factor that might enrich the general debate on the effectiveness of psychological therapies. In the domain of psychosomatic illness, resilience can lead to better coping and increased wellbeing. Gut-directed group hypnotherapy (GHT) is a standardized intervention for patients with irritable bowel syndrome, which therefore contains elements and suggestions aiming at strengthening resilience. Despite there is solid evidence for the effectiveness and the agents and pathways of action of this therapy, the aspect of strengthening of resilience has hardly been examined by now.

• 2013 •

Christian A.Brünahl, Björn Riegel

Aspekte der psychischen Struktur bei Chronic Pelvic Pain Syndrome (CPPS) – Entwicklung eines theoretischen Modells zur Therapieplanung

Eingebettet in die interdisziplinäre Forschungsplattform „Chronic Pelvic Pain
Syndrome“ soll eine anfallende Stichprobe von Patientinnen und Patienten mit CPPS
ohne erklärenden somatischen Befund hinsichtlich ihrer psychischen Struktur
untersucht werden. Die Patienten sollen sowohl im Rahmen der Spezialsprechstunde
„CPPS“ sowie bei niedergelassenen Fachärzten/innen rekrutiert werden. Das Ziel der
Untersuchung besteht in der Erstellung eines Profils der psychischen Struktur der
Patientenklientel, um spezifische Konfigurationen des Krankheitsbildes zu erfassen
und daraus ein theoretisches Modell abzuleiten, das als Grundlage spezifischer
Therapieansätze dienen kann.

Christiane Eichenberg

Evaluationsstudie zur nachhaltigen Wirksamkeit eines online-gestützten Präventionsprogrammes für leicht depressive Patienten unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung der therapeutischen Beziehung

Im Rahmen des Programmes „HausMed PraxisCoach Depression“ soll die nachhaltige Wirkung eines online-basierten und vom Hausarzt unterstützten Präventionsangebotes zur Verhütung einer Chronifizierung leicht depressiver Symptomatik evaluiert werden. Darüber hinaus wird insbesondere der Frage der Bedeutsamkeit der Beziehung zwischen Patient und begleitendem Hausarzt nachgegangen. Insgesamt stellt ein multimethodales Forschungsdesign bestehend aus quantitativen und qualitativen Erhebungen den leitenden Evaluationsansatz dar. Die Datenerhebung erfolgt aufbauend auf bereits vollzogene Erhebungszeitpunkte unmittelbar vor und nach der 12-Wochen andauernden Intervention sechs Monate nach Beendigung des Programmes und fungiert somit als Katamnese der dreistufigen Evaluation. Das übergeordnete Ziel des Forschungsvorhabens besteht in der Implementierung des leicht zugänglichen digitalen Unterstützungsangebotes in das österreichische Gesundheitswesen und versteht sich als Beitrag zur Schließung bestehender Versorgungslücken im Rahmen der psychosomatischen Angebote.

• 2012 •

Barbara Pastner

Therapeutic Attitudes in Psychotherapy. The role of therapist´s values in training and treatment

Abstrakt
Einleitung
In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Psychotherapieforschung vermehrt mit der Erforschung der „Patientenvariablen“ beschäftigt, während die Untersuchung der „Therapeutenvariablen“ in den Hintergrund getreten ist. Diese Entwicklung scheint bemerkenswert, da sich in der Literatur einige Belege dafür finden, dass der individuelle Therapeut, seine subjektiven Charakteristiken, zur Erklärung des Behandlungsergebnisses einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag leisten.
Projektziel und Methodik
Im Rahmen der Studie wird die therapeutische Haltung als eine subjektive, situationsübergreifende Variable des Therapeuten untersucht. Dazu werden Fragebogenerhebungen an drei Stichprobengruppen durchgeführt: potentielle Ausbildungskandidaten (Medizinstudierende; n = 150), Ausbildungskandidaten des psychotherapeutischen Propädeutikums (n = 80) und erfahrene Psychotherapeuten (n=70). Um genügend Untersuchungsteilnehmer gewinnen zu können, wird eine Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien (Medizinstudierende), der Universität Wien (Psychotherapeutisches Propädeutikum), sowie einem psychoanalytischen Ausbildungsverein (Wiener Psychoanalytische Vereinigung) angestrebt.
Projektziele: 1. Die therapeutische Haltung der jeweiligen Stichprobengruppe soll identifiziert werden. Es wird erwartet, dass sich die therapeutische Haltung zwischen den Gruppen auf eine systematische Art unterscheidet. 2. Die Veränderbarkeit der psychotherapeutischen Haltung wird bei den erfahrenen Psychotherapeuten untersucht, deren psychotherapeutische Haltung vor und nach der Teilnahme an einem Trainingsprogramm erhoben wird. 3. Weiters wird ein möglicher Zusammenhang zwischen der therapeutischen Haltung und dem interpersonalem Problemverhalten des Therapeuten untersucht, sowie ein Zusammenhang zwischen der psychotherapeutischen Haltung und der emotionalen Reaktion (Gegenübertragung) des Therapeuten auf den Patienten, sowie ein möglicher Zusammenhang der psychotherapeutischen Haltung mit der Einschätzung der psychotherapeutischen Beziehung und der Einschätzung des Patienten von Seiten des Therapeuten.

Sonja Niehaus

Telescoping, Transgenerationelle Transmission und Libidoorganisation. Enkelkinder von NazitäterInnen und MitläuferInnen in Deutschland.

Sonderpreis des Vorstandes

Im Rahmen einer Selbsthilfegruppe von Enkelkindern von NS-TäterInnen und –mitläuferInnen soll die Frage beforscht werden, wie unbewußte Werthaltungen und Einstellungen, Bindungsmuster, Libidoorganisation und Gefühlserbschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus ihren Weg in diese Generation finden und gefunden haben. Gefragt wird nach Inhalt und Form der transgenerationellen Weitergabe, dabei werden gezielt auch geschlechtsspezifische Aspekte herausgearbeitet. Im Hintergrund steht außerdem der Versuch, ein Muster einer deutschen Großgruppenidentität über diesen Zugang erkennen zu können. Methodisch und theoretisch orientiert sich das Projekt an Psychoanalyse und Tiefenhermeneutik.

• 2011 •

Andrea Naderer

Persönlichkeitsstörung und Affektwahrnehmung bei Patientinnen mit chronischem Unterbauchschmerz

Ziele:
Wir untersuchen Unterschiede zwischen Patientinnen mit chronischem Unterbauchschmerz und einer gesunden Kontrollgruppe in Bezug auf Affektwahrnehmung und Abwehrmechanismen. Weiters wird untersucht, inwiefern sich die Gruppe der CPP-Patientinnen hinsichtlich Persönlichkeitsstruktur und Diagnosen von Persönlichkeitsstörungen oder psychiatrischen Erkrankungen von einer gesunden Kontrollgruppe unterscheidet. Mit diesen Untersuchungen versuchen wir CPP aus einer psychodynamischen Sichtweise zu betrachten, mit dem Fokus auf dem affektiven Erleben und der zugrundeliegenden Persönlichkeitsstruktur, um ein besseres Verständnis der sowohl körperlichen als auch psychisch erlebten Symptome zu erlangen.
Anhand der genaueren Untersuchung von affektivem Erleben und spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen sollen Untergruppen von CPP-Patientinnen identifiziert werden und mögliche Zusammenhänge von Affektwahrnehmung, Affektregulation und Persönlichkeitsstruktur mit der Entstehung und Chronifizierung von Unterbauchschmerzen herausgearbeitet werden.

Zsofia Kovacs

Klinische Neuropsychoanalyse mit Kindern- und Jugendlichen – 5 Fallstudien

Sonderpreis des Vorstandes:
In dieser Studie werden fünf case studies von vollständigen Psychoanalysen mit pädiatrisch-neurologischen Patienten vorgestellt. Die neuropsychoanalytische Arbeitsweise, die auch eine genaue Diagnostik der kognitiven Bereiche beinhalten muss, ist Teil der täglichen Arbeit an der Neurorehabilitationsstation des Gottfried von Preyer’schen Kinderspitals. Ziel der Analytikerin ist das Erfassen der komplexen Interaktion von Persönlichkeit, Neurose, Kognition, Emotion und Trauma und das Verstehen der Geschichte jedes einzelnen Patienten. Im Fokus des Rehabilitationsprozesses steht nicht nur der Körper mit seinen Symptomen, sondern die komplexe Psyche, die sich mit den körperlichen, kognitiven, psychischen Verlusten/Veränderungen auseinandersetzen muss. Als Fälle werden Patientinnen mit unterschiedlichen neurologischen Erkrankungsbildern herangezogen, um deren Auswirkung im Rahmen dieser Studie – erstmalig in der Geschichte der Psychoanalyse – auch experimentell untersuchen zu können.

• 2010 •

Nestor Kapusta

Persönlichkeitsstruktur bei PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) mit oder ohne selbstverletzendem Verhalten

Das Ziel der Studie ist die Erforschung von Persönlichkeitseigenschaften bei Patienten mit Borderline Persönlichkeitsstörung (BPD) mit und ohne selbstverletzenden Verhaltensweisen, da selbstverletzendes Verhalten einen Großteil der therapeutischen Arbeit dieser Patientengruppe einnimmt. Maladaptive Dimensionen der Persönlichkeit können Aufschluss über dieses Verhalten geben und derart können weitere Implikationen für die psychoanalytisch-psychotherapeutische Arbeit entwickelt werden. Studien zeigen, dass selbstverletzendes Verhalten bei 50% der Borderline-Patienten während ihrer Lebenszeit auftreten und signifikante Zusammenhänge zwischen Selbstverletzungshäufigkeit und Schweregrad der Borderline Persönlichkeitsstörung. Weiters fand man bereits in einer Vorgänger-Studie, dass Borderline-PatientInnen mit selbstverletzendem Verhalten eine maladaptivere Persönlichkeitsstruktur als diejenigen aufweisen, die solches Verhalten nicht zeigen. Eine größere Sensitivität in Bezug auf Ablehnung, eine erhöhte Neigung zum Aufbau von Spannungs- und Angstgefühlen, eine feindlichere Einstellung gegenüber sich selbst und anderen sowie Impulsivität erhöhen das Risiko für selbstverletzendes Verhalten bei Borderline-Patienten. Um die Fragestellung zu prüfen soll eine Querschnittserhebung mit nachfolgender Katamnese nach einem Jahr mittels einer hypothesengeleiteten Fragebogenstudie an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie des AKH Wien durchgeführt werden. Es wird dazu eine Stichprobe von 100 Personen der AmbulanzpatientInnen mit BPD gezogen. Primär werden die PatientInnen in Hinblick auf selbstverletzende Verhaltensweisen und Persönlichkeitsdimensionen befragt. Persönlichkeitsdimensionen werden im Strukturierten Interview zur Persönlichkeitsorganisation (STIPO) erfasst, das Aufschluß über die Persönlichkeitsstruktur gibt. So können Unterschiede in der Persönlichkeitsstruktur zwischen Borderline-Patienten mit und ohne selbstverletzenden Verhaltensweisen erhoben werden und klinische Implikationen für psychoanalytisch-psychotherapeutische Interventionen abgeleitet werden. Neben soziodemographischen Variablen, werden noch komorbide Störungen (SKID; BDI) sowie Affektregulation und -erleben untersucht (AREQ).

• 2009 •

Carolina Seybert

Categorical or Dimensional? Differentiation of the Treatment Techniques in short-term and long-term Psychodynamic Psychotherapy and Psychoanalysis.

In the field of psychoanalysis there is still a preference for categorical differentiation between psychoanalysis and psychodynamic psychotherapy technique, which has not been scientifically determined on the basis of the empirical analysis of the practicing technique. Today, the Psychotherapy Process Q-sort (PQS) method allows this differentiation to acquire a dimensional perspective; in other words, to obtain a quantifiable classification. The aim of this work is to observe the active process variables of psychotherapy treatment in 15 psychoanalyses, 15 long-term psychodynamic psychotherapies and 30 brief psychodynamic psychotherapies. For each of the treatments, four therapy sessions will be selected through time and analyzed with the “Psychotherapy Process Q-set (PQS)” (Jones, 2000). The rating of each session will be compared with the psychoanalytic prototype (Ablon & Jones, 1998) in order to empirically determine active process variables of the two treatments. This should lead to the identification of therapeutic techniques, which these therapeutic orientations may or may not share. Similarities and differences between psychoanalysis and psychodynamic psychotherapy technique will be found and may lead to valuable results. In addition, this study will allow us to access whether there is congruence between the therapeutic process (in psychoanalysis and psychodynamic treatment) and that of the psychoanalytic prototype. This dissertation will gather an exceptionally large database of material for this field, leading to heightened scientific discussion surrounding the delimitation of psychoanalysis and psychodynamic psychotherapy.

• 2008 •

Diana Braakmann, Omar Gelo

Are there different ways of achieving psychotherapeutic outcome?

Das Projektziel ist, eine umfassende Untersuchung in der psychotherapeutischen Ambulanz der Sigmund Freud PrivatUniversität durchzuführen, die einen Vergleich psychotherapeutischer Schulen, in diesem Fall der Psychoanalyse, der systemischen Therapie und der Klienten-zentrierten Therapie, hinsichtlich ihrer therapeutischen Prozesse vornimmt. Diese Prozesse werden mit Hilfe regressionsanalytischer und pfadanalytischer Verfahren in Beziehung gesetzt zum Therapieerfolg, d.h. es erfolgt ein Vergleich der therapeutischen Schulen hinsichtlich des Weges, auf dem Therapieerfolg erreicht wird. Die Besonderheit der Studie besteht darin, dass Prozess- und Outcome-Parameter in Beziehung gesetzt werden und zudem zur Erhebung des Therapieerfolgs eine Methodenkombination aus qualitativen und quantitativen Ansätzen zum Einsatz kommt.

Sexualberatungsstelle Salzburg

Internetkriminalität – Kinderpornographie

Seit 2006 steigt die Zahl der Überweisungen von Klienten an die Sexualberatungsstelle, die nach § 207a StGB Abs. 3 (Verschaffen und Besitzen pornographischer Darstellungen Minderjähriger) straffällig wurden, auffallend an. Diese Klientengruppe unterscheidet sich deutlich von anderen Klientengruppen: Ihre Motivation zur Psychotherapie muss erst – wenn es überhaupt dazu kommt – „erarbeitet“ werden. Die Verantwortung für die Tat wird häufig geleugnet. Für die PsychotherapeutInnen wiederum stellen sowohl die fallsspezifischen Problematiken als auch die Behandlungstechniken besondere Herausforderungen dar. Das Projekt zielt auf die Erarbeitung von Wissen und Standards auf diagnostischer Ebene und auf der Ebene der Vernetzung mit Institutionen (Gericht, AnwältInnen) ab. Es ist interdisziplinär angelegt: Rund um die Klärung von Forschungsfragen, die sich auf diagnostischer Ebene stellen, werden juristische und rechtssoziologische Kontexte zu dieser Problemgruppe erhoben und institutionelle Zusammenhänge analysiert und bearbeitet. In methodischer Hinsicht werden psychoanalytische Forschung, Rechtswissenschaften und Sozialforschung verknüpft. Das Projekt selbst verläuft handlungsorientiert.

• 2007 •

Lenka Ellsäßer

Mentalisierung im psychotherapeutischen Prozess

The study aims to examine the effect of psychoanalytic treatment on the capacity to mentalise in patients with chronic depression. Firstly, the general level of RF is evaluated in chronically depressed patients. Secondly, intrapsychic change measured as change in RF is examined in the process of psychoanalytic therapy. This allows the examination of the connection between: the baseline RF level, the changes in mentalisation in the psychoanalytic process and the therapeutic outcome. Since mentalisation always entails two dimensions, a self-reflective and an interpersonal one, both sub-dimensions are assessed separately alongside the the general RF level. 

• 2006 •

BOGDANOV Sergey

Zur Frage der Veränderung innerer Selbst-Objekt- Repräsentanzen in der ambulanten psychoanalytischen Gruppentherapie

Meine wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Veränderung psychischer Strukturen innerhalb psychotherapeutischer Gruppenprozesse. Im Speziellen möchte ich untersuchen, wie sich psychische Strukturen einzelner Patientinnen und Patienten im Laufe einer psychoanalytischen Gruppentherapie verändern.

Die Studie hat zum Ziel, Veränderungsprozesse, die bislang oft intuitiv oder subjektiv von Psychotherapeuten beschrieben wurden, präzise zu definieren und in nachprüfbaren Messwerten darzulegen. Zu diesem Zweck sollen klinisch relevante Annahmen, die als Arbeitshypothesen formuliert werden, mit qualitativen und quantitativen Methoden operationalisierbar gemacht werden.

Katharina R. REBOLY, AGDARI-MOGHADAM Nassim

Explorative Pilotstudie zum „Messie-Phänomen“

Abgeleitet vom englischen Wort mess (= Unordnung) werden jene
Menschen Messies genannt, die ihren Lebensbereich drastisch
einschränken,indem sie z.B.ihre Wohnungen mit Dingen überfüllen und
unter Umständen sich auch die Organisation des Alltagslebens oft
extrem erschweren.
Aufgrund der Entwicklungen in den USA und in Deutschland ist
anzunehmen, dass unter dem Messie-Phänomen- im englischen und
amerikanischen Raum als Hoarding bezeichnet – eine größere
Anzahl von Menschen leidet.
Für Deutschland werden 300.000 betroffene Personen
geschätzt; dies würde darauf hindeuten, dass es in Österreich
möglicherweise 30.000 Betroffene gibt (Umrechnungsfaktor 10:1).
Bisher haben wir festgestellt, dass dieses Erscheinungsbild
unzureichend wissenschaftliche Auseinandersetzung gefunden hat.
Eine klinische oder wissenschaftliche Definition bzw. die dahinter
liegenden psychodynamischen Prozesse wurden bisher nicht
ausreichend beleuchtet.
Daher soll mit diesem Projekt versucht werden diesem Phänomen näher
zu kommen,um es besser zu verstehen und Konsequenzen für die
effiziente psychotherapeutische Arbeit ableiten zu können.

• 2005 •

Eva Sabel

Wirkung und Wirksamkeit von Therapieprozessen einer psychoanalytischen Gruppenpsychotherapie in einer Tagesklinik unter besonderer Berücksichtungen von Mentalisierungsphänomenen

Wir möchten vor dem Hintergrund allgemeiner Theorien zur Gruppenentwicklung, gruppenpsychotherapeutische Mikroprozesse untersuchen und Aussagen zur Wirksamkeit psychoanalytischer Gruppentherapie machen. Dazu werden Gruppenprozesse anhand des Zyklusmodell von Mergenthaler (1997) analysiert. Das Zyklusmodell beschreibt Phasen innerhalb eines psychotherapeutischen Prozesses, der – bei prototypischen Verlauf – zu psychotherapeutisch relevanten Veränderungsmomenten führt. In unserer Untersuchung wird davon ausgegangen, dass Momente des „connecting“ in Verbindung mit dem stehen, was Fonagy et al (2004) als Prozesse einer mentalisierten Affektivität und als zentral für psychische Heilungsprozesse bezeichnen. Die derart selektierten Phasen und Momente relevanter psychotherapeutischer Prozesse sollen durch Gruppenanalytiker supervidiert werden, um Aufschluss über die darin stattfindende Psychodynamik zu bekommen. Zusätzlich soll dem wichtigen Punkt der Wirksamkeit für den einzelnen Patienten durch eine qualitative und quantitative Evaluation Rechnung getragen werden

Katharina Leithner-Dziubas

Die Mentalisierungsfähigkeit bei Patientinnen mit chronischen Unterbauchschmerzen

Das Hauptziel des Projektes ist die Untersuchung der Mentalisierungsfähigkeit (RF) bei gynäkologischen Patientinnen mit chronischen Unterbauchschmerzen, weiters die Identifikation von Subtypen innerhalb der Samples basierend auf der RF-Klassifikation, die Untersuchung der Prävalenz von Persönlicheitsstörungen bei Frauen mit chronischen Unterbauchschmerzen und deren Korrelation mit der Mentalisierungsfähigkeit (RF), die Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen einer Komorbidität mit depressiver Symptomatik, Missbrauchserfahrungen in der Kindheit, belastenden Lebensereignissen, soziodemographischen Merkmalen und dem Vorliegen von chronischen Unterbauchschmerzen und der Mentalisierungsfähigkeit (RF).

• 2004 •

Dagmar Biener

Psychoanalytisch orientierte Kunsttherapie im Rahmen der Knochenmarktransplantation

Im Rahmen des vorgelegten Projektes wird psychoanalytisch orientierte Kunsttherapie in der Einheit für Knochenmarktransplantation (KMT) der Universitätsklinik für Innere Medizin I in Wien eingesetzt. Die beiden Hauptziele des Projektes sind die psychischen Themen und Prozesse zu erforschen, die PatientInnen erleben, die sich einer KMT unterziehen und die Wirkung von psychoanalytisch orientierter Kunsttherapie in diesem Setting zu untersuchen.
Die Arbeit konzentriert sich auf Fallstudien, die Aspekte des praktischen Nutzens dieser Therapieform in der psychoonkologischen Arbeit mit KMT-PatientInnen illustrieren.

Fritz Lackinger

Übertragungsfokussierte Psychotherapie mit forensischen Patienten

Forensic psychotherapy has a long psychodynamic tradition reaching back to Aichorn, Glover, Eissler or Winnicott. In the 1970ies and 1980ies it was further developed by psychoanalysts such as Goudsmit, Schorsch and Berner. This tradition has become somewhat marginalised since the 1990s as cognitive-behavioral forms of psychotherapy expanded strongly in the forensic area.
At the same time psychodynamic psychotherapy made big advances in the field of borderline-therapy. Otto Kernberg developed the concept of borderline personlaity organization (BPO) and together with a few coworkers worked out a borderline-specific treatment method. 1999 this method was published in a manualised form as transference focused psychotherapy (TFP). Accumulating empirical evidence shows the effectiveness of TFP with borderline patients. Yet TFP was not designed for antisocial patients although delinquents have shown to frequently display the structural characteristics of BPO.
The submitted paper tries to explain in what areas TFP needs expansion or development in order to become applicable to forensic patients. First of all, there is the area of diagostics. As delinquents do not form a homogenic group they need to be precisely diagnosed in terms of psychodynamic structural criteria. The paper examines three major forms of delinquency, i.e. theft, violence and sexual crimes. It explores the psychodynamics of these varieties of delinquency and derives from them a series of degrees of severity. These degrees have therapeutic and prognostic implications as is usual for TFP-diagnostics as well. It is proposed that a forensic STIPO should be elaborated, STIPO being a structered interview for personality organization.
Furthermore the paper tries to clarify the implications of the forensic situation for the therapeutic setting, the general framework and the negotiated therapy contract. It shows how one has to handle such delicate questions as voluntarity of therapy, the use of court files by the therapist, discretion and secrecy keeping in situation of relapse and so on. It explains how a therapist should deal with the question of the offence in the context of therapy contract talks in cases when the offence is either denied or refused to be spoken about within the therapy. At the end the paper delineates further questions which need to be elaborted in order to develop a forensic TFP.